Elektrisch heizen in der Schweiz — geht das überhaupt noch? Kurze Antwort: Ja. Aber nicht jede Elektroheizung ist gleich effizient, gleich teuer oder gleich legal. Dieser Artikel vergleicht alle vier gängigen Systeme ehrlich: Nachtspeicherheizung, Konvektionsheizung, Infrarotheizung und Wärmepumpe. Sie erfahren, was jedes System kostet, wie effizient es wirklich ist und welche Optionen unter den aktuellen Schweizer Vorschriften zukunftssicher sind.

CHF 0.28
Durchschnittlicher Strompreis pro kWh in der Schweiz (2026)
~90%
Schweizer Strom stammt aus CO₂-armen Quellen (Wasser + Kernkraft)
50%+
Schweizer Gebäude heizen noch mit fossilen Brennstoffen

Vier Wege, elektrisch zu heizen

Wer in der Schweiz elektrisch heizen will, hat vier grundlegend verschiedene Optionen. Jede funktioniert anders, kostet anders und steht rechtlich anders da. Hier der Überblick:

1. Nachtspeicherheizung (Elektrospeicherheizung)

Nachtspeicheröfen laden sich nachts mit günstigerem Strom auf und geben die Wärme tagsüber ab. Das klingt clever, ist aber technisch veraltet. Die Geräte sind gross, schwer und lassen sich kaum regulieren. Wenn es nachmittags plötzlich warm wird, heizen sie trotzdem weiter. Wenn es abends kalt wird, ist der Speicher leer. In der Schweiz werden sie schrittweise durch effizientere Systeme ersetzt.

2. Konvektionsheizung (Elektroradiator)

Konvektionsheizungen erwärmen die Luft direkt. Die warme Luft steigt zur Decke, die kalte Luft sinkt zum Boden — das Ergebnis ist oft ein warmer Kopf und kalte Füsse. Sie wirbeln Staub auf und trocknen die Raumluft aus. Günstig in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb und wenig komfortabel.

3. Infrarotheizung (Strahlungswärme)

Infrarotpaneele funktionieren grundlegend anders: Sie erwärmen nicht die Luft, sondern Wände, Böden, Möbel und Personen direkt — ähnlich wie die Sonne. Das bedeutet gleichmässigere Wärme ohne Staubaufwirbelung, keine Luftzirkulation und keine ausgetrockneten Schleimhäute. Die Wärme fühlt sich bei niedrigerer Raumtemperatur bereits angenehm an, was Energie spart. Mehr über die ehrlichen Stärken und Schwächen lesen Sie in unserem Artikel zu den Nachteilen der Infrarotheizung.

4. Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen Strom, um Wärme aus der Umgebung (Luft, Erde, Grundwasser) zu gewinnen. Pro Kilowattstunde Strom liefern sie 3–4 kWh Wärme (COP 3–4). Das macht sie zur effizientesten Elektroheizung. Allerdings brauchen sie ein Wasserverteilsystem (Fussbodenheizung oder Radiatoren), sind teuer in der Installation und eignen sich nicht für jedes Gebäude.

Kostenvergleich: Elektrisch heizen bei CHF 0.28/kWh

Die folgende Tabelle vergleicht die vier Systeme für einen typischen Schweizer Raum mit 25 m² Fläche und einer Heizperiode von 200 Tagen pro Jahr. Alle Betriebskosten basieren auf dem aktuellen Durchschnittsstrompreis von CHF 0.28/kWh.

System Installation Betrieb/Jahr (25 m²) Effizienz MuKEn-konform?
Nachtspeicher CHF 1'500–3'000 CHF ~1'120 Niedrig (Speicherverluste 20–30%) Nein — Ersatzpflicht
Konvektion CHF 500–1'500 CHF ~980 Niedrig (100%, aber Luftverwirbelung) Eingeschränkt
Infrarot CHF 550–1'200 CHF ~590 Mittel–Hoch (Strahlungswärme, weniger Vorheizzeit) Ja, mit Solar-Ausnahme
Wärmepumpe CHF 20'000–35'000 CHF ~340 Hoch (COP 3–4) Ja

Hinweis: Die Betriebskosten sind Richtwerte für einen durchschnittlich gedämmten Raum. In einem Minergie-Haus liegen die Werte deutlich tiefer, in einem schlecht gedämmten Altbau deutlich höher. Die Wärmepumpe hat die tiefsten Betriebskosten, aber die höchsten Installationskosten — der Break-even liegt je nach Gebäude bei 8–15 Jahren.

Wann ist welches System die richtige Wahl?

Wärmepumpe: Wenn Sie das ganze Haus heizen

Für ein ganzes Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus ist eine Wärmepumpe langfristig am günstigsten. Voraussetzung: Ein wassergeführtes Verteilsystem (Fussbodenheizung, Radiatoren) muss vorhanden sein oder eingebaut werden können. In Altbauten ohne Wasserverteilung sind die Umbaukosten oft so hoch, dass der Effizienzvorteil über Jahrzehnte nicht aufgeholt wird.

Infrarotheizung: Wenn Sie gezielt einzelne Räume heizen

Infrarotheizungen eignen sich besonders für:

  • Zonenheizung: Badezimmer, Homeoffice, Schlafzimmer — dort, wo Sie Wärme brauchen, wenn Sie sie brauchen
  • Altbauten: Kein Umbau nötig, kein Wasserverteilsystem erforderlich — nur eine Steckdose
  • Ferienwohnungen und Chalets: Schnelle Aufheizzeit, kein Frostrisiko bei Abwesenheit, keine Wartung
  • Ergänzung zur Wärmepumpe: Für Badezimmer oder selten genutzte Räume, die nicht am Wasserkreislauf angeschlossen sind

Ehrliche Einschränkung: Als alleinige Ganzhausheizung für ein grosses Einfamilienhaus ist eine Infrarotheizung in der Regel teurer im Betrieb als eine Wärmepumpe. In dieser Situation empfehlen wir ehrlich: Wärmepumpe als Basisheizung, Infrarotpaneele als Ergänzung in einzelnen Räumen.

Konvektion und Nachtspeicher: Nicht mehr empfehlenswert

Nachtspeicherheizungen sind technisch überholt und unterliegen in den meisten Kantonen einer Ersatzpflicht mit Fristen zwischen 2028 und 2035. Konvektionsheizungen sind zwar günstig, aber ineffizient und bieten keinen Vorteil gegenüber Infrarotheizungen — weder bei den Betriebskosten noch beim Komfort.

Rechtslage: MuKEn 2025 und die Solar-Ausnahme

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2025) schränken neue ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen ein — dazu zählen Nachtspeicher, Konvektionsheizungen und Infrarotpaneele, wenn sie ausschliesslich Netzstrom nutzen. Aber: Es gibt eine wichtige Ausnahme.

Die Solar-Ausnahme erlaubt eine Elektroheizung, wenn eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude mindestens so viel Strom erzeugt, wie die Heizung im Jahr verbraucht, plus 10% Sicherheitspuffer. Eine Infrarotheizung kombiniert mit einer PV-Anlage ist also vollständig MuKEn-konform und zukunftssicher.

Mehr zur rechtlichen Einordnung und den kantonalen Fristen finden Sie in unseren Artikeln zum Klimaschutzgesetz und Infrarotheizungen und zum Elektroheizungsverbot in der Schweiz.

Fazit: Wärmepumpen sind die beste Lösung, wenn Sie ein ganzes Haus heizen — aber nicht jedes Gebäude eignet sich dafür. Für Zonenheizung, Altbauten und Ferienwohnungen sind PV-gekoppelte Infrarotheizungen die effizienteste und günstigste Alternative. Nachtspeicher und Konvektionsheizungen gehören in beiden Fällen ersetzt.

Was kostet eine Infrarotheizung konkret?

Ein SunWave Ceramica Infrarotpaneel (60 × 120 cm, 250/350 W) kostet CHF 550 inklusive WiFi-Thermostat. Ein 25-m²-Raum braucht in der Regel ein bis zwei Paneele. Die Installation dauert weniger als eine Stunde — Wandmontage mit vier Schrauben, Stecker in die Steckdose, fertig. Kein Installateur, kein Wasseranschluss, keine Bewilligung.

Im Vergleich: Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet CHF 20'000–35'000 inklusive Installation und Erdsondenbohrung. Die Infrarotheizung für drei Räume kostet rund CHF 1'650–3'300 — weniger als ein Zehntel.

Die Betriebskosten gleichen sich allerdings langfristig an: Die Wärmepumpe ist pro Kilowattstunde effizienter. Deshalb empfehlen wir die Infrarotheizung dort, wo eine Wärmepumpe nicht sinnvoll installiert werden kann oder wo der Kostenvergleich über die erwartete Nutzungsdauer zugunsten der Infrarotheizung ausfällt — typischerweise bei Zonenheizung und in Gebäuden ohne wassergeführtes Verteilsystem. Mehr dazu in unserem Kostenvergleich Gas vs. Infrarot.

Häufige Fragen

Was kostet elektrisch heizen in der Schweiz pro Jahr?

Bei einem Strompreis von CHF 0.28/kWh und einem 25-m²-Raum kostet eine Nachtspeicherheizung rund CHF 1'120/Jahr, eine Konvektionsheizung etwa CHF 980, eine Infrarotheizung ca. CHF 590 und eine Wärmepumpe ca. CHF 340. Die Unterschiede entstehen durch die unterschiedliche Energieeffizienz der Systeme.

Ist elektrisch heizen in der Schweiz erlaubt?

Ja, elektrisch heizen ist grundsätzlich erlaubt. Die MuKEn 2025 schränken ortsfeste elektrische Widerstandsheizungen bei Neuinstallationen ein, wenn sie ausschliesslich Netzstrom nutzen. Mit einer ausreichend dimensionierten Photovoltaikanlage (Solar-Ausnahme) bleibt eine Elektroheizung vollständig gesetzeskonform.

Welche Elektroheizung ist am effizientesten?

Die Wärmepumpe ist technisch am effizientesten (COP 3–4). Unter den direkten Elektroheizungen ist die Infrarotheizung am sparsamsten, weil Strahlungswärme den Raum schneller und gezielter erwärmt als Konvektionswärme — bei deutlich niedrigeren Installationskosten.

Infrarotheizung oder Wärmepumpe — was ist besser?

Wärmepumpen eignen sich am besten als Ganzhausheizung in gut gedämmten Gebäuden. Infrarotheizungen sind ideal für Zonenheizung einzelner Räume, Altbauten ohne Wasserverteilsystem und Ferienwohnungen. Die Kombination beider Systeme ist in der Praxis oft die klügste Lösung.

Muss ich meine alte Elektroheizung ersetzen?

Die kantonalen Energiegesetze setzen Fristen für den Ersatz alter Elektroheizungen, die je nach Kanton zwischen 2028 und 2035 liegen. Bestehende Systeme müssen nicht sofort ausgetauscht werden.

Wie funktioniert die Solar-Ausnahme für Elektroheizungen?

Wenn eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäude mindestens so viel Strom erzeugt, wie die Elektroheizung über das Jahr verbraucht (plus 10% Sicherheitspuffer), gilt die Heizung als gesetzeskonform. Diese Solar-Ausnahme macht PV-gekoppelte Infrarotheizungen zu einer zukunftssicheren Lösung.

Elektrisch heizen — effizient und zukunftssicher

Die SunWave Ceramica ist eine Keramik-Infrarotheizung aus 6 mm Feinsteinzeug — unabhängig getestet von TU Dresden, Fraunhofer WKI und Labor S.A. Ab CHF 550 inkl. WiFi-Thermostat. 5 Jahre Garantie. Neun Design-Varianten.

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