"Wärmepumpe oder Infrarotheizung?" ist eine der meistgestellten Fragen beim Heizungsersatz — und die meisten Antworten im Internet sind entweder von Wärmepumpen-Herstellern oder von Infrarotheizungs-Herstellern geschrieben. Wir sind Infrarotheizungs-Distributor, aber wir sagen es trotzdem geradeheraus: Für die meisten Schweizer Einfamilienhäuser ist eine Wärmepumpe als alleinige Hauptheizung die wirtschaftlich bessere Wahl. Die eigentlich interessante Frage ist eine andere — nämlich wann sich Infrarot lohnt, und ob man beide Systeme kombinieren sollte.

JAZ 3–4
Wärmepumpe: So viel Heizwärme liefert 1 kWh Strom
CHF 30'000+
Typische Wärmepumpen-Investition inkl. Einbau
CHF 550
Einstiegspreis eines SunWave-Ceramica-Paneels

Die Kernfrage: Ganzhausheizung oder Zonenheizung?

Bevor Zahlen verglichen werden, lohnt sich die wichtigste Unterscheidung: Eine Wärmepumpe ist für die durchgehende Beheizung eines ganzen Gebäudes konzipiert. Ein Infrarotpaneel ist für die gezielte Erwärmung einzelner Räume oder Zonen gebaut. Vergleicht man beide Systeme als Ersatz füreinander in derselben Anwendung, gewinnt in fast jedem Fall die Wärmepumpe. Vergleicht man sie in ihrer jeweils passenden Anwendung, sind beide unschlagbar in ihrem Bereich.

Wärmepumpe Kosten Schweiz 2026

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe — die in der Schweiz häufigste Bauart — kostet inklusive Einbau typischerweise CHF 30'000–45'000. Davon lassen sich je nach Kanton und Programm CHF 5'000–15'000 über das nationale Gebäudeprogramm und kantonale Förderungen abziehen. Die laufenden Betriebskosten liegen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bei rund CHF 1'800–2'400 pro Jahr, zuzüglich etwa CHF 300 Wartung.

Kostenposition Wärmepumpe
Anschaffung & Einbau CHF 30'000–45'000
Fördergelder – CHF 5'000–15'000
Betriebskosten pro Jahr CHF 1'800–2'400
Wartung pro Jahr CHF 300
Lebensdauer ca. 18–20 Jahre

Der grosse Vorteil der Wärmepumpe liegt in der Jahresarbeitszahl (JAZ): Aus 1 kWh Strom werden dank Umgebungswärme (Luft, Erde oder Wasser) 3 bis 4 kWh Heizwärme. Deshalb ist sie bei einer durchgehenden Ganzhausheizung praktisch immer günstiger im Betrieb als jede reine Elektroheizung, Infrarot eingeschlossen.

Infrarotheizung Kosten im Vergleich

Ein SunWave-Ceramica-Paneel (650 W, inkl. WLAN-Thermostat) kostet ab CHF 550 — keine Rohre, keine Bodenöffnung, kein Eingriff in die Haustechnik. Die Betriebskosten hängen stark von der tatsächlichen Nutzung ab: Als Zonenheizung für einen einzelnen, mehrere Stunden täglich genutzten Raum bewegen sich die Stromkosten bei CHF 0.28/kWh im Bereich von CHF 20–35 pro Monat und Paneel während der Heizperiode. Anders als bei der Wärmepumpe wird pro kWh Strom nur rund 1 kWh Wärme erzeugt — dafür entstehen die Kosten nur dort und dann, wo und wann tatsächlich geheizt wird.

Direkter Vergleich: Wärmepumpe vs. Infrarotpaneel

Kriterium Wärmepumpe Infrarotpaneel
Anschaffungskosten CHF 30'000–45'000 ab CHF 550 / Paneel
Betriebskosten pro kWh Wärme niedriger (JAZ ≈ 3–4) höher (JAZ ≈ 1)
Installationsaufwand Eingriff in Haustechnik & Gebäude Steckdose, keine Bauarbeiten
Aufheizzeit mehrere Stunden (träges System) wenige Minuten
Eignung für ein ganzes, durchgehend genutztes Haus ideal wirtschaftlich meist nicht optimal
Eignung für einzelne Räume & Zonenheizung überdimensioniert ideal
Kühlfunktion im Sommer bei reversiblen Modellen ja nein
Fördergelder verfügbar ja, CHF 5'000–15'000 i. d. R. nur steuerlicher Abzug

Wann lohnt sich die Kombination von Wärmepumpe und Infrarot?

Für viele Haushalte ist die Antwort nicht "entweder-oder", sondern "beides". Eine Wärmepumpe deckt die Grundwärme für das ganze Haus zuverlässig und günstig ab. Sie ist jedoch träge — bis ein zusätzlicher Wärmeschub im Wohnzimmer oder Badezimmer spürbar ankommt, vergehen oft Stunden. Ein Infrarotpaneel liefert genau dort, wo kurzfristig mehr Komfort gewünscht ist, innerhalb von Minuten spürbare Wärme — ohne die gesamte Wärmepumpen-Anlage hochfahren zu müssen. Typische Kombinationen: Wärmepumpe als Grundheizung, Infrarotpaneel im Bad für den morgendlichen Komfortschub, oder im Homeoffice für punktuelle Wärme ausserhalb der regulären Heizzeiten.

Praktischer Vorteil: Ein einzelnes Infrarotpaneel für CHF 550 ist oft günstiger, als die Wärmepumpen-Regelung für einen einzelnen Raum aufwendig anzupassen — und lässt sich unabhängig per App steuern, ohne das Gesamtsystem zu beeinflussen.

Regulatorische Lage: KIG und MuKEn 2025

Seit Januar 2025 verlangt das Klimaschutzgesetz (KIG) zusammen mit den kantonalen MuKEn-2025-Umsetzungen beim Ersatz einer Hauptheizung eine erneuerbare oder weitgehend erneuerbare Lösung. Eine Wärmepumpe erfüllt diese Anforderung ohne weitere Bedingungen. Eine Infrarotheizung ist als alleinige Hauptheizung nur unter der Solar-Ausnahme zulässig — die Photovoltaikanlage muss mindestens so viel Strom erzeugen, wie die Heizung übers Jahr verbraucht, plus 10 % Puffer. Als Zusatz- oder Zonenheizung neben einer bereits konformen Hauptheizung wie einer Wärmepumpe gelten diese Einschränkungen nicht. Mehr dazu in unserem Artikel MuKEn 2025: Was die neuen Mustervorschriften bedeuten.

Fazit

Für die meisten Schweizer Haushalte, die ein ganzes Haus durchgehend beheizen, ist eine Wärmepumpe die wirtschaftlich bessere Hauptheizung — das sagen wir Ihnen auch als Infrarotheizungs-Anbieter geradeheraus. Wo Infrarot glänzt, ist die punktuelle, schnelle Zusatzwärme in einzelnen Räumen — entweder als alleinige Lösung für kleine, gut isolierte Wohnungen und Ferienobjekte, oder als Ergänzung zu einer bestehenden Wärmepumpe. Die richtige Antwort hängt von Ihrem Gebäude und Ihrer Nutzung ab, nicht von einer pauschalen Regel.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe in der Schweiz?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau in der Schweiz meist CHF 30'000–45'000, abzüglich Fördergeldern von CHF 5'000–15'000 je nach Kanton. Die Betriebskosten liegen bei rund CHF 1'800–2'400 pro Jahr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus, zuzüglich rund CHF 300 Wartung.

Ist Infrarotheizung günstiger als eine Wärmepumpe?

Bei der Anschaffung: ja, deutlich — ab CHF 550 pro Paneel gegenüber CHF 30'000+ für eine Wärmepumpe. Beim Betrieb pro Kilowattstunde Wärme: nein — eine Wärmepumpe liefert aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme, ein Infrarotpaneel nur etwa 1 kWh. Für die Beheizung eines ganzen Hauses rund um die Uhr ist die Wärmepumpe günstiger. Für einzelne, gezielt genutzte Räume kann Infrarot trotzdem die tiefere Gesamtrechnung ergeben, weil insgesamt viel weniger Energie verbraucht wird.

Kann man Wärmepumpe und Infrarotheizung kombinieren?

Ja, und das ist für viele Haushalte die wirtschaftlich sinnvollste Lösung: Die Wärmepumpe deckt die Grundwärme für das ganze Haus, während einzelne Infrarotpaneele in Räumen mit höherem Komfortanspruch (Bad, Homeoffice, Wohnzimmer) für schnelle, punktuelle Zusatzwärme sorgen — ohne die Wärmepumpe für kurzfristige Komfortspitzen hochfahren zu müssen.

Welches System ist nach dem Klimaschutzgesetz (KIG) einfacher zu installieren?

Eine Wärmepumpe ist als Hauptheizung ohne weitere Bedingungen KIG- und MuKEn-2025-konform. Eine Infrarotheizung ist als alleinige Hauptheizung nur unter der Solar-Ausnahme zulässig (Photovoltaik deckt mindestens den Heizverbrauch plus 10 % Puffer). Als Zusatz- oder Zonenheizung neben einer bereits konformen Hauptheizung — etwa einer Wärmepumpe — unterliegt Infrarot keinen dieser Einschränkungen.

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